Bitcoin kaufen in der Schweiz 2026: Anbieter, Gebühren und Anleitung

Zuletzt aktualisiert: November 2026

Bitcoin zu kaufen ist in der Schweiz heute so einfach wie nie: per App, über die eigene Bank oder als Wertpapier an der Börse. Gerade diese Vielfalt macht die Entscheidung aber schwierig. Die Unterschiede liegen nicht nur bei den Gebühren, sondern vor allem bei der Frage, wem die Bitcoin am Ende tatsächlich gehören. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Möglichkeiten es gibt, was sie kosten und wie du Schritt für Schritt sicher einsteigst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Wege: Bitcoin-Apps und Krypto-Börsen, Schweizer Banken, Bitcoin-ETPs an der SIX und Bitcoin-Automaten.
  • Kosten: Je nach Weg zahlst du pro Kauf rund 0,25 % bis 1,5 % – bei Kreditkarte oder Automat deutlich mehr. Achte auch auf Spreads, Wechselkurs- und Depotgebühren.
  • Eigentum: Nur wenn die Bitcoin in deiner eigenen Wallet liegen, kontrollierst du sie selbst. Bei Banken, Apps mit Verwahrung und ETPs vertraust du einem Anbieter.
  • Sparplan: Regelmässig kleine Beträge zu kaufen (DCA) senkt das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts.
  • Steuern: Bitcoin-Bestände gehören jedes Jahr in die Steuererklärung.

Die Möglichkeiten in der Schweiz im Überblick

1. Bitcoin-Apps mit eigener Wallet (Self-Custody)

Schweizer Anbieter wie Relai und Pocket Bitcoin konzentrieren sich ausschliesslich auf Bitcoin. Der Clou: Die Bitcoin landen direkt in einer Wallet, die nur du kontrollierst – geschützt durch deine Seed Phrase.

  • Relai (Zürich): Bitcoin-only-App mit integrierter Wallet und Sparplan. Die Grundgebühr liegt gemäss Anbieter- und Vergleichsangaben bei rund 1 % pro Kauf inklusive Spread; bei Zahlung per Kreditkarte kommt ein Zuschlag dazu.
  • Pocket Bitcoin: Du überweist per Banküberweisung (CHF oder EUR) und erhältst die Bitcoin direkt auf deine eigene Wallet, zum Beispiel eine BitBox. Die Gebühr beträgt laut Anbieter pauschal 1,5 %.

✔ Du besitzt deine Bitcoin direkt – auch wenn der Anbieter Probleme hat
✔ Ideal für einen langfristigen Sparplan
✔ Einfache Bedienung, auch für Einsteiger
✘ Nur Bitcoin, keine anderen Kryptowährungen
✘ Du bist selbst für die Sicherung deiner Seed Phrase verantwortlich

2. Krypto-Apps und Börsen mit Verwahrung

Plattformen wie Kraken, SwissBorg oder Bitpanda bieten neben Bitcoin auch Hunderte anderer Kryptowährungen an. Die Coins liegen zunächst beim Anbieter, du kannst sie aber auf deine eigene Wallet übertragen.

  • Kraken: Einzahlung in Franken über das Schweizer SIC-System gemäss Kraken kostenlos. Über die Handelsoberfläche Kraken Pro starten die Gebühren bei 0,25 % (Maker) und 0,40 % (Taker); der einfache Sofortkauf ist teurer.
  • SwissBorg (Lausanne, Partner von Crypto-Education): App mit Sparplänen und über 300 Kryptowährungen. Die Handelsgebühren liegen je nach Status und Route zwischen rund 0,5 % und 1,49 %.
  • Bitpanda (Wien, Partner von Crypto-Education): Von der österreichischen FMA reguliert, CHF-Einzahlungen gebührenfrei. Für Bitcoin liegt der Aufschlag gemäss Vergleichsportalen bei rund 1,49 %.

Welche Börse zu dir passt, zeigen wir ausführlich im Ratgeber Krypto-Börsen Schweiz im Vergleich.

3. Über deine Bank: PostFinance, Swissquote, Yuh

Immer mehr Schweizer Banken bieten Bitcoin direkt im E-Banking an. Das ist bequem und vertraut, kostet aber meist mehr und die Coins bleiben bei der Bank.

  • PostFinance: Handel direkt im E-Finance und in der App. Gemäss PostFinance betragen die Handelsgebühren 0,95 % (ab USD 0), dazu kommt eine Portfoliogebühr von 0,15 % pro Jahr. Mindestbetrag USD 50, ein Kryptosparplan ist möglich.
  • Swissquote: Schweizer Bank mit FINMA-Lizenz und über 50 Kryptowährungen. Die Gebühren folgen einem volumenabhängigen Modell und starten bei rund 1 %; zusätzlich fällt die vierteljährliche Depotgebühr an.
  • Yuh: App von Swissquote und PostFinance. Pro Krypto-Kauf oder -Verkauf fallen 1 % an, beim Wechsel von Franken in Dollar zusätzlich 0,95 %. Seit Herbst 2026 gibt es einen Krypto-Sparplan ab 10 USD oder EUR. Eine Übertragung auf eine externe Wallet ist gemäss Vergleichsportalen nicht möglich.

✔ Vertraute Umgebung, kein neues Konto nötig
✔ Steuerauszug oft direkt verfügbar
✘ Höhere Gebühren als spezialisierte Anbieter
✘ Du besitzt keine eigenen Private Keys, teils keine Auszahlung auf eine eigene Wallet

4. Bitcoin-ETP an der SIX Swiss Exchange

Ein Bitcoin-ETP (Exchange Traded Product) ist ein Wertpapier, das den Bitcoin-Preis abbildet und wie eine Aktie über jeden Broker gehandelt wird. Ein Beispiel ist der 21Shares Bitcoin Core ETP (Ticker CBTC, ISIN CH1199067674): Er ist laut Emittent vollständig physisch mit Bitcoin hinterlegt, wird an der SIX unter anderem in Franken gehandelt und hat laufende Kosten von 0,10 % pro Jahr.

✔ Kaufbar im bestehenden Wertschriftendepot, auch im Sparplan
✔ Keine Wallet und keine Seed Phrase nötig
✘ Du besitzt kein Bitcoin, sondern ein Wertpapier eines Emittenten
✘ Handel nur zu Börsenzeiten, dazu Broker-Courtage und Depotgebühren

5. Bitcoin-Automaten

In grösseren Schweizer Städten gibt es Bitcoin-Automaten, an denen du mit Bargeld kaufen kannst. Das ist anonymer und schnell, die Gebühren liegen aber in der Regel deutlich über jenen von Apps und Börsen. Für regelmässige Käufe oder grössere Beträge lohnt sich dieser Weg kaum.

Gebühren richtig vergleichen

Die angezeigte Gebühr ist nur ein Teil der Kosten. Achte auf:

  • Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Viele Apps rechnen ihre Gebühr direkt in den Kurs ein.
  • Wechselkurs: Wird in USD oder EUR gehandelt, kommt eine Umrechnungsgebühr dazu.
  • Zahlungsmethode: Kreditkarte ist fast immer deutlich teurer als eine Banküberweisung.
  • Depot- und Portfoliogebühren: Fallen bei Banken auch an, wenn du nicht handelst.
  • Auszahlungsgebühren: Für die Übertragung auf deine eigene Wallet.

Rechenbeispiel: Bei einem Sparplan von CHF 200 pro Monat machen 1 Prozentpunkt Gebührenunterschied pro Jahr rund CHF 24 aus. Über zehn Jahre summiert sich das – ohne Zinseszinseffekt – auf CHF 240. Gebühren sind wichtig, aber Sicherheit und Eigentum sollten Vorrang haben.

Schritt für Schritt: So kaufst du deine ersten Bitcoin

  1. Ziel festlegen: Willst du langfristig sparen, einmalig investieren oder aktiv handeln? Für den langfristigen Aufbau eignet sich ein Sparplan.
  2. Betrag bestimmen: Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften kannst. Bitcoin kann innert Wochen 30 % und mehr verlieren.
  3. Anbieter wählen: Entscheide, ob du die Bitcoin selbst verwahren willst (Self-Custody-App) oder einem Anbieter vertraust (Börse, Bank, ETP).
  4. Konto eröffnen und verifizieren: Seriöse Anbieter verlangen eine Identifikation mit Ausweis. Nutze nur die offizielle App oder Website.
  5. Franken einzahlen: Per Banküberweisung in CHF, um Wechsel- und Kartengebühren zu vermeiden.
  6. Kauf oder Sparplan ausführen: Prüfe vor der Bestätigung die angezeigten Gesamtkosten.
  7. Sicher aufbewahren: Grössere Beträge überträgst du auf eine Hardware-Wallet. Mache vorher eine kleine Testtransaktion.
  8. Dokumentieren: Halte Kaufdatum, Betrag und Preis fest – das hilft bei der Steuererklärung und bei deiner Strategie.

Sparplan statt Timing: Warum DCA für Einsteiger sinnvoll ist

Niemand kann den besten Einstiegszeitpunkt zuverlässig vorhersagen. Beim Dollar-Cost-Averaging (DCA) investierst du regelmässig einen festen Betrag, zum Beispiel jede Woche oder jeden Monat. In schwachen Phasen kaufst du automatisch mehr Bitcoin, in starken weniger. Das glättet deinen Durchschnittspreis und nimmt Emotionen aus der Entscheidung. Einen Sparplan bieten unter anderem Relai, Pocket, PostFinance, Yuh, SwissBorg und Bitpanda an – auf ETPs auch viele Broker.

Ein Sparplan ist kein Schutz vor Verlusten. Er hilft dir aber, diszipliniert zu bleiben, statt in der Euphorie zu kaufen oder in der Panik zu verkaufen – zwei der grössten Fehler von Krypto-Einsteigern.

Nach dem Kauf: Bitcoin sicher aufbewahren

Die Ereignisse der letzten Jahre zeigen, warum die Aufbewahrung so wichtig ist: 2022 brach die Börse FTX zusammen, und Ende Oktober 2026 wurden bei Binance rund 6,3 Milliarden US-Dollar aus Hot Wallets entwendet und die Auszahlungen vorübergehend gestoppt. Wer seine Coins selbst verwahrt, ist von solchen Ereignissen nicht direkt betroffen.

  • Kleine Beträge und Sparplan: App mit eigener Wallet oder eine seriöse Börse.
  • Grössere Beträge: Hardware-Wallet wie BitBox02, Trezor oder Ledger.
  • Seed Phrase: Offline notieren, nie fotografieren, nie digital speichern und niemandem geben.

Welche Wallet sich eignet, liest du im Ratgeber Die besten Krypto-Wallets 2026.

Steuern: Das musst du wissen

Für Privatanleger sind Kursgewinne auf Bitcoin in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Deinen Bestand per 31. Dezember musst du aber jedes Jahr für die Vermögenssteuer deklarieren – unabhängig davon, ob er auf einer Börse, bei einer Bank oder in deiner eigenen Wallet liegt. Wer sehr aktiv handelt, kann als gewerbsmässiger Händler gelten. Alle Details erklären wir im Ratgeber Krypto-Steuern in der Schweiz.

Häufige Fehler beim Bitcoin-Kauf

✘ Mit Kreditkarte kaufen und unnötig hohe Gebühren zahlen
✘ Über Links aus Social Media, Telegram oder E-Mails auf gefälschte Apps hereinfallen
✘ Alles auf einmal investieren, weil der Kurs gerade stark steigt
✘ Grössere Beträge dauerhaft auf einer Börse liegen lassen
✘ Die Seed Phrase digital speichern oder gar nicht sichern
✘ «Berater» zulassen, die Fernzugriff auf deinen Computer oder deine Konten verlangen

Häufige Fragen zum Bitcoin-Kauf in der Schweiz

Wo kann ich in der Schweiz am günstigsten Bitcoin kaufen?

Am günstigsten sind in der Regel Börsen mit Orderbuch wie Kraken Pro, wo die Gebühren je nach Auftrag bei rund 0,25 % bis 0,40 % starten. Für Einsteiger sind einfache Apps oft die bessere Wahl, auch wenn sie etwas mehr kosten. Entscheidend sind die Gesamtkosten inklusive Spread und Zahlungsmethode.

Ab welchem Betrag kann ich Bitcoin kaufen?

Bitcoin ist teilbar, du musst also keinen ganzen Bitcoin kaufen. Viele Apps erlauben Käufe oder Sparpläne ab rund 10 bis 50 Franken beziehungsweise Dollar.

Ist es sicher, Bitcoin bei meiner Bank zu kaufen?

Schweizer Banken sind von der FINMA beaufsichtigt und verwahren die Coins professionell. Du besitzt aber keine eigenen Private Keys und kannst die Bitcoin teilweise nicht auf eine eigene Wallet übertragen. Für viele Einsteiger ist das ein bequemer Start, langfristig lohnt sich die Selbstverwahrung.

Was ist besser: Bitcoin direkt oder ein Bitcoin-ETP?

Mit Bitcoin direkt besitzt du die Coins selbst und kannst sie jederzeit übertragen. Ein ETP ist praktisch für Anleger, die alles im bestehenden Wertschriftendepot halten wollen, ist aber ein Wertpapier mit Emittentenrisiko und Handel nur zu Börsenzeiten.

Kann ich Bitcoin anonym kaufen?

Seriöse Anbieter in der Schweiz müssen dich identifizieren. Bitcoin-Automaten erlauben kleinere Bargeldkäufe mit weniger Angaben, sind aber deutlich teurer. Unabhängig vom Weg gilt: Deine Bestände musst du in der Steuererklärung deklarieren.

Wie viel meines Vermögens sollte ich in Bitcoin investieren?

Das hängt von deinem Risikoprofil, deinem Anlagehorizont und deiner finanziellen Situation ab. Grundsätzlich gilt: Investiere nur Geld, das du langfristig entbehren kannst, und baue zuerst eine Notreserve auf. Wie du dein Portfolio strukturierst, zeigen wir in den 5 Prinzipien für effektives Krypto-Portfolio-Management.

Fazit

In der Schweiz gibt es für jeden Anlegertyp einen passenden Weg zu Bitcoin: Self-Custody-Apps für den langfristigen Sparplan, Börsen für tiefe Gebühren und eine grosse Auswahl, Banken für maximale Bequemlichkeit und ETPs für das klassische Wertschriftendepot. Entscheidend ist, dass du die Gesamtkosten kennst, deine Bitcoin sicher aufbewahrst und mit einem klaren Plan statt aus dem Bauch heraus investierst.

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Transparenzhinweis: SwissBorg und Bitpanda sind Partner von Crypto-Education. Die Angaben zu allen Anbietern beruhen auf deren Websites und auf Vergleichsportalen (Stand November 2026); Gebühren können sich jederzeit ändern. Prüfe die aktuellen Konditionen vor dem Kauf direkt beim Anbieter.

Quellen: PostFinance – Krypto handeln · Kraken – Einzahlungsoptionen · Pocket Bitcoin – Gebühren · Relai (App Store) · Liebefinanzen – Yuh Krypto-Sparplan · justETF – 21Shares Bitcoin Core ETP · BleepingComputer – Binance-Hack Oktober 2026

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.


ÜBER DEN AUTOR

Autor

Dominic Kuster

Dominic ist CEO & Founder bei Crypto-Education. Auf diesem Blog teilt er sein Wissen, welches er sich in den letzten 7 Jahren seiner Karriere angeeignet hat.

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